Kontaktgiftige Pflanzen der Welt
Contact-Poisonous Plants of the World



©M. Rohde
1988-2005

English Version



Gefahr durch Berühren von Pflanzen

Viele Pflanzen sind giftig, wenn sie innerlich aufgenommen werden, das ist allgemein bekannt. Weniger bekannt ist, dass auch die bloße Berührung von Pflanzen zu ernsthaften Gesundheitsschäden führen kann. Brennnesseln sind in diesem Zusammenhang weltweit berüchtigt, aber eher harmlos.

Als Tropenreisender kann man jedoch Bäumen begegnen, die mit den Brennnesseln verwandt sind, aber sehr viel stärker wirken, z.B. Dendrocnide. Eine Berührung kann schwere Hautreizungen und wochenlange starke Schmerzen verursachen. Das Gift ist so stark, dass angeblich sogar vom Baum herabfallende Regentropfen die Haut reizen können. Andere Pflanzen können zu Erblindung führen, wenn man sich nach ihrer Berührung die Augen reibt. Diese Zusammenstellung gibt erstmals einen Überblick über die am weitesten verbreiteten und am stärksten wirkenden kontaktgiftigen Pflanzen der Welt.



Inhalt

Wirkungsprinzipien
Maßnahmen
Geografische Verbreitung der Pflanzen
Verzeichnis kontaktgiftiger Pflanzen
Literatur
Index


Wirkungsprinzipien

Wehrhafte Pflanzen benutzen unterschiedliche Techniken, um ungebetene Besucher fernzuhalten. Im Verzeichnis sind sie mit entsprechenden Symbolen gekennzeichnet.

Die offensichtlichste Methode sind Wirkungsprinzip: mechanisch mechanisch verletzende Stacheln, Dornen oder Widerhaken. Weniger offensichtlich, aber auch rein mechanisch, wirken scharfe Kanten von Gräsern, die Schnittwunden hervorrufen können, und feine sich ablösende Haare auf einigen Bambusarten (ebenfalls zur Familie der Gräser gehörend), die in die Haut eindringen und ein Jucken hervorrufen können. Obwohl über diese Verletzungen in die Haut gelangender Schmutz Sekundärinfektionen hervorrufen kann, ist das mechanische Wirkprinzip nicht Gegenstand dieses Dokumentes. Stellvertretend für die außerordentlich vielen mechanisch wirkenden Pflanzen ist nur die weitverbreitete Opuntie mit ihren fast unsichtbaren, leicht abbrechenden Widerhaken beschrieben.

Wirkungsprinzip: mechanisch-chemisch Mechanisch-chemisch wirkende Pflanzen verletzen die Haut des Opfers mechanisch und bringen gleichzeitig ein Gift in die Haut ein. Das Resultat ist meist ein sofort einsetzendes starkes Brennen der Haut. Bekanntester Vertreter ist die weltweit mit unterschiedlichen Arten verbreitete Brennnessel. Es gibt aber viele andere Arten, die meisten stammen aus den botanischen Familien Urticaceae und Euphorbiaceae. Einige wirken sehr viel stärker als die Brennnessel. Unter dem Elektronenmikroskop sind bei Brennnesseln glasharte hohle Nadeln erkennbar, die mit Gift gefüllt sind. Bei Berührung bricht die Nadel ab und hinterlässt eine schräge Bruchstelle, die wie eine Injektionsspritze in die Haut eindringt und das Gift freisetzt.

Andere Wirkungsprinzip: chemisch chemische Pflanzengifte können ohne mechanische Verletzung in die Haut eindringen. Wenn beispielsweise der Saft einiger Arten auf die Haut gelangt, können schmerzende Hautreizungen oder sogar irreversible Schäden folgen. Gelangen solche Pflanzensäfte, z.B. von abgebrochenen Zweigen, über die Hände in die Augen, kann das Opfer zeitweilig oder bleibend erblinden. Gefahr besteht auch, wenn man Material solcher Pflanzen in ein Feuer wirft; der Rauch kann die Haut reizen und zu Blindheit führen. Typische Vertreter gehören zur Familie Euphorbiaceae, es gibt aber viele weitere Arten. Andere Pflanzen wie der Upas-Baum enthalten einen Saft, der zwar nicht hautreizend ist, aber tödlich sein kann, wenn er in kleinsten Mengen in die Blutbahn gelangt.

Vor allem in der Familie Anacardiaceae gibt es Wirkungsprinzip: allergisierend allergisierend wirkende Pflanzenarten. Beispiel sind die in Nordamerika vorkommenden Toxicodendron-Arten. Das erste Zusammentreffen mit ihnen bleibt meist ohne sichtbare Folgen, aber je öfter man in Kontakt mit ihnen gerät, desto stärker wird die hautreizende Wirkung. Andere Pflanzen, vor allem der Riesen-Bärenklau, wirken Wirkungsprinzip: photoxisch phototoxisch. Sein Gift wirkt nur, wenn die Haut gleichzeitig stärkerer Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist.


Maßnahmen

Nach Hautkontakt mit den meisten hier aufgeführten Pflanzen sind typische Symptome Brennen, Rötung, Jucken, Schwellung oder Blasenbildung. Chemische Kontaktgifte sind oft Öle, die nicht verdunsten und Equipment kontaminieren können. Durch Kratzen können sie auf der Haut verteilt werden oder über die Hände in die Augen gelangen. Menschen reagieren unterschiedlich stark auf die Gifte. Die Wirkung der Kontaktgifte wird zumeist verstärkt, wenn man überhitzt ist und schwitzt. Als Maßnahme nach Kontakt mit chemisch wirkenden Pflanzen ist generell Waschen mit Wasser und Seife ratsam. Sind Brennhaare oder -borsten auf die Haut gelangt, sollte allerdings vorher versucht werden, diese z.B. mit Tesafilm oder einer Pinzette zu entfernen. In schweren Fällen muss ein Arzt aufgesucht werden. Zum Bekämpfen der immunologischen Abwehrreaktionen des Körpers, z.B. Jucken und Blasenbildung, soll 1%-ige Cortisonsalbe geeignet sein. Wenn die Wahrscheinlichkeit besteht, dass Schmutz in die Haut gelangt ist, wird in der Literatur eine Tetanusimpfung empfohlen.


Geografische Verbreitung der Pflanzen

Die Wahrscheinlichkeit, kontaktgiftigen Pflanzenarten z.B. auf Reisen zu begegnen, kann sehr unterschiedlich sein. Die eher harmlose Brennnessel ist allgegenwärtig. Weniger harmlos sind die allergisierenden Toxicodendron-Arten in Nordamerika und die mechanisch-chemisch wirkenden Dendrocnide-Arten in Australien. Allerdings sind in diesen sehr zivilisierten Gegenden Prävention und Aufklärung sehr gut. In den meisten tropischen Ländern ist das nicht der Fall. Vor allem dort ist jedoch eine große Anzahl sehr unterschiedlich und sehr stark wirkender kontaktgiftiger Pflanzen anzutreffen.

Nordamerika

Wirkungsprinzip: mechanisch-chemischCnidoscolus stimulosus
Wirkungsprinzip: phototoxischHeracleum mantegazzianum
Wirkungsprinzip: mechanisch-chemischLaportea canadensis
Wirkungsprinzip: allergie-induzierendMetopium toxiferum(südl. USA)
Wirkungsprinzip: allergie-induzierendToxicodendron spp.
Wirkungsprinzip: mechanisch-chemischUrtica spp.
Europa

Wirkungsprinzip: phototoxischHeracleum mantegazzianum
Wirkungsprinzip: mechanischOpuntia spp. (Südeuropa)*
Wirkungsprinzip: mechanisch-chemischUrtica spp.
Nord- und Ostasien

Wirkungsprinzip: allergie-induzierendToxicodendron vernicifluum
Wirkungsprinzip: mechanisch-chemischUrtica spp.
 

Mittel- und Südamerika

Wirkungsprinzip: allergie-induzierendAnacardium occidentale
Wirkungsprinzip: mechanisch-chemischCroton ciliato-glandulosus
Wirkungsprinzip: mechanisch-chemischDieffenbachia spp.
Wirkungsprinzip: chemischExcoecaria agallocha
Wirkungsprinzip: chemischHippomane mancinella
Wirkungsprinzip: chemischHura crepitans
Wirkungsprinzip: mechanisch-chemischJatropha urens
Wirkungsprinzip: allergie-induzierendMetopium toxiferum
Wirkungsprinzip: mechanisch-chemischMucuna spp.
Wirkungsprinzip: mechanischOpuntia spp.
Wirkungsprinzip: mechanisch-chemischUrera baccifera
Wirkungsprinzip: mechanisch-chemischUrtica spp.

Afrika

Wirkungsprinzip: allergie-induzierendAnacardium occidentale*
Wirkungsprinzip: chemischExcoecaria agallocha
Wirkungsprinzip: mechanisch-chemischLaportea spp.
Wirkungsprinzip: mechanisch-chemischMucuna spp.
Wirkungsprinzip: mechanischOpuntia spp.*
Wirkungsprinzip: allergie-induzierendSmodingium argutum
Wirkungsprinzip: mechanisch-chemischUrtica spp.

Tropisches Asien

Wirkungsprinzip: allergie-induzierendAnacardium occidentale*
Wirkungsprinzip: chemischAntiaris toxicaria
Wirkungsprinzip: chemischExcoecaria agallocha
Wirkungsprinzip: allergie-induzierendGirardinia leschenaultiana
Wirkungsprinzip: allergie-induzierendGluta renghas
Wirkungsprinzip: chemischHippomane mancinella*
Wirkungsprinzip: allergie-induzierendHoligarna arnottiana
Wirkungsprinzip: chemischHura crepitans
Wirkungsprinzip: mechanisch-chemischLaportea spp.
Wirkungsprinzip: allergie-induzierendMelanorrhoea spp.
Wirkungsprinzip: mechanisch-chemischMucuna spp.
Wirkungsprinzip: mechanischOpuntia spp.*
Wirkungsprinzip: allergie-induzierendSemecarpus spp.
Wirkungsprinzip: allergie-induzierendSwintonia floribunda
Wirkungsprinzip: mechanisch-chemischTragia spp.
Wirkungsprinzip: mechanisch-chemischUrtica spp. (Gebirge)

Australien und Ozeanien

Wirkungsprinzip: allergie-induzierendAnacardium occidentale*
Wirkungsprinzip: mechanisch-chemischDendrocnide spp.
Wirkungsprinzip: chemischExcoecaria agallocha
Wirkungsprinzip: mechanisch-chemischLaportea spp.
Wirkungsprinzip: mechanisch-chemischMucuna spp.
Wirkungsprinzip: mechanischOpuntia spp.*
Wirkungsprinzip: mechanisch-chemischUrtica spp.



Verzeichnis kontaktgiftiger Pflanzen

Geordnet nach botanischen Pflanzenfamilien, innerhalb der Familien alphabetisch.

Warnung: Die hier vorgestellten Pflanzenarten sind gesundheitsschädlich. Das gilt auch für weitere, die hier nicht aufgeführt sind. Die Informationen auf diesen Seiten wurden mit Sorgfalt zusammengestellt, Garantie für Richtigkeit wird aber nicht übernommen.


Wirkungsprinzip: chemisch

Microcystis spp., Anabaena spp., Lyngbya spp. etc.

Abbildung: environment.act.gov.au
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Microcystis spp., Anabaena spp., Lyngbya spp. etc. 

Blaualgen

 Mehrere Familien der Ordnung Cyanophyta

Weitere Namen: Blue-Green Algae (en), Cyanobacteria (en)

Vorkommen: Weltweit, besonders in warmen Gegenden, sowohl in Salzwasser als auch in Süßwasser.

Beschreibung: Diese Algen färben das Wasser manchmal grün oder bilden einen blaugrünen Schaum (Ausblühung) auf der Wasseroberfläche. Ein schlechter (modrig-erdiger) Geruch kann auf die Anwesenheit dieser Algen hindeuten.

Wirkung: Chemisch durch algeneigene Giftstoffe. Nach Schwimmen in Wasser, das Ausblühungen von Cyanobakterien enthält, können schwere Hautentzündungen auftreten. Innerhalb einiger Minuten bis einiger Stunden nach dem Schwimmen können Jucken und Brennen auftreten an Hautstellen, die mit den Cyanobakterien in Kontakt gekommen sind. Sichtbare Dermatitis und Rötungen entwickeln sich nach 3 bis 8 Stunden, gefolgt von Blasen und starker Abschuppung.

Maßnahmen: Haut und Augen waschen. Kortisonsalbe. Oral gegebene Antihistamine können den Juckreiz mindern.

Literatur: Mitchell/Rook; WHO Guidelines

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Wirkungsprinzip: mechanisch-chemisch

Dieffenbachia spp.

Abbildung: Dahlgren
Abbildungen im Internet suchen: Gattung oder Art
Dieffenbachia spp. 

Dieffenbachie

 Familie Araceae (Aronstabgewächse)

Weitere Namen: Dieffenbachia (en, fr), Dumb Cane (en)

Vorkommen: Verbreitete Zimmerpflanze. Heimat tropisches Amerika, dort in Tiefebenen und Feuchtgebieten.

Beschreibung: Bis 1 m hohe Pflanze mit bis zu 25 cm langen gelb gemusterten Blättern. Blütenkolben von einem gelben Hochblatt umgeben, Blütezeit März. Angeschnitten gibt sie einen "stinktierartigen" Geruch ab.

Wirkung: Mechanisch-chemisch durch Kalziumoxalat-Kristalle (in Verbindung mit anderen Stoffen) in allen Teilen dieser Pflanze, besonders im Stamm. Frische Schnittstellen sind stark hautreizend. Nach einem Tag juckender Ausschlag. Irreversible Hautschädigung möglich. Im Auge kann der Saft Hornhautläsion bewirken. Alle Teile sind oral sehr stark giftig.

Maßnahmen: Haut bzw. Augen spülen. Cortisonsalbe, Tetanusprophylaxe.

Literatur: Roth; Benezra; Dahlgren; Behl

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Wirkungsprinzip: phototoxisch

Heracleum mantegazzianum

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Heracleum mantegazzianum  Somm.&Lev.

Riesen-Bärenklau

 Familie Apiaceae (Umbelliferae) (Doldengewächse)

Weitere Namen: Herkuleskraut (de), Giant Hogweed (en), Parsnip Tree (en)

Vorkommen: Heimat Kaukasus, in Europa und Nordamerika häufig als Zierpflanze in Gärten und Parks, auch oft verwildert an Wald- und Wegrändern. Besonders verbreitet in Skandinavien.

Beschreibung: Mehrjährige Staude, 3 bis 5 m hoch, Blätter bis 1 m lang. Weiße Blüten in Dolden bis 50 cm Durchmesser. Stengel hohl, rot gesprenkelt, bis 10 cm Durchmesser. Blütezeit Juli bis September.

Wirkung: Saft aus allen Teilen der Pflanze, besonders aus dem Stengel, wirkt phototoxisch. Kommt der Saft auf die Haut, und wird die Haut dann UV-Licht ausgesetzt (einige Stunden Sonne reichen bereits), kann am nächsten Tag Hautrötung, nach einem weiteren Tag starke Blasenbildung die Folge sein. Die Hautveränderungen gleichen etwa Verbrennungen zweiten Grades. Oft bleiben Narben zurück oder Pigmentveränderungen, die erst Jahre später verschwinden. Auch innerlich giftig.

Maßnahmen: Entweder den Pflanzensaft oder die Sonne meiden. Der Saft lässt sich mit Wasser und Seife abwaschen. Cortisonsalbe. Gegebenenfalls Arzt aufsuchen.

Literatur: Benezra; Roth; "Der Spiegel" Nr. 33/1989; "JAMA" Dec 12/1980 Vol 244 No 23

Ähnliche Pflanzen: Heracleum sphondylium (Wiesen-Bärenklau), in Aussehen und Wirkung ähnlich, Größe jedoch nur bis 1,50 m. In Europa häufig. Außerdem weitere Heracleum-Arten sowie Pastinaca sativa, Angelica archangelica (ebenfalls Familie Apiaceae).

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Wirkungsprinzip: mechanisch-chemisch

Mucuna pruriens

Abbildung: Merrill
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Mucuna pruriens  Dc.

Juckbohne

 Familie Fabaceae (Leguminosae) (Schmetterlingsblütler)

Weitere Namen: Cowhage (en), Cow-Itch (en)

Vorkommen: In den gesamten Tropen verbreitet in Gebüschen und Sekundärwäldern.

Beschreibung: Schlingpflanze mit weißlich-grünlichen bis violetten oder roten Blütenständen, Blüten manchmal behaart. Fruchtschote 10 bis 13 cm lang, mit ca. 5000 leicht abbrechenden Härchen besetzt. Die Haare an Frucht und Blüte sind 1 bis 2,5 mm lang, tragen Widerhaken und enthalten Juckreiz erzeugendes Mucunain.

Wirkung: Die Haare wirken mechanisch-chemisch hautreizend. Gelangt eines der Härchen auf die Haut, kann bereits Juckreiz wahrgenommen werden. Nach Kontakt mit behaarten Pflanzenteilen nach einigen Minuten Hautrötung und kleine Papeln oder Urtikaria (=Nesselfieber, -sucht). Die Härchen der Mucuna fallen leicht ab und können so Kleidung oder andere Gegenstände kontaminieren. Getrocknete Pflanzenteile bleiben wirksam. Ernste Gefahr droht nicht, außer wenn diese Härchen ins Auge gelangen, dann ist sogar Erblinden möglich.

Maßnahmen: Um die Haare von der Haut zu entfernen, gelten Tesafilm und Waschen mit Wasser und Seife als nützlich. Bei Hautentzündung Cortisonsalbe.

Literatur: "JAMA" Jan 17/1986 Vol 255 No 3; Merrill(1); Roth; Behl

Ähnliche Pflanzen: Die verwandten Arten Mucuna biplicata, M. cyanosperma, M. atropurpurea, M. gigantea, M. hirsuta, M. monosperma, M. nigricans. M. melanocarpa in Äthiopien. Es gibt jedoch auch ungefährliche Mucuna-Arten.

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Wirkungsprinzip: mechanisch

Opuntia spp.

Abbildung: Schoser
Abbildungen im Internet suchen: Gattung oder Art
Opuntia spp. 

Opuntie

 Familie Cactaceae (Kaktusgewächse)

Weitere Namen: Sabra (en), Indian Fig (en)

Vorkommen: Die etwa 200 Arten sind im tropischen und subtropischen Amerika beheimatet und in andere Erdteile eingeschleppt worden. Sie sind an trockenen Plätzen häufig zu finden. Auch als Zimmerpflanze beliebt.

Beschreibung: Baum- oder strauchförmige Kakteen mit ovalen, flachen Segmenten und breit-trichterförmigen gelben oder roten Blüten. Blütenblätter klein, walzenförmig, fallen kurze Zeit nach dem Erscheinen wieder ab. Bedeutung als Survivalpflanze in der Wüste: Die eiförmigen Früchte sind geschält roh essbar. Das aus den Segmenten herauspressbare klare Wasser ist trinkbar, geschälte junge Segmente sind gekocht essbar.

Wirkung: Mechanisch, nur teilweise chemisch. Die meisten Kakteen sind mit Dornen bewehrt, Opuntien sind am unangenehmsten, weil ihre feinen Dornen schon bei der leichtesten Berührung in die Haut eindringen und dann abbrechen. An der Pflanze haftender Schmutz wird dabei mit in die Haut eingebracht. Die Folge sind Papeln und Pigmentveränderungen, die nach einigen Monaten wieder verschwinden. Das Symptom wird Sabra-Dermatitis genannt und ähnelt Krätze.

Maßnahmen: So weit möglich, die Dornen vorsichtig mit Tesafilm oder Pinzette von der Haut entfernen, Tetanusprophylaxe.

Literatur: Behl; Benezra

Ähnliche Pflanzen: Andere Kakteenarten.

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Wirkungsprinzip: chemisch

Antiaris toxicaria

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Antiaris toxicaria  Lesch.

Upas

 Familie Moraceae (Maulbeergewächse)

Vorkommen: Tropisches Asien, östlich bis Timor. Tonga. Tropisches Afrika südlich bis Angola und Sambia.

Beschreibung: Immergrüner Baum bis 75 m Höhe, oft mit Stützwurzeln am Stamm. Früchte rot, fleischig, samtig, 20 x 13 mm, an 10 mm langem Stengel, enthalten je 1 Samen. Hochgiftiger Milchsaft in Blättern und Rinde.

Wirkung: Der Milchsaft ist nicht hautreizend, aber stark giftig. Wenn kleinste Mengen davon in die Blutbahn gelangen, besteht bereits Lebensgefahr. Eine Hautabschürfung von einem abgebrochenen Ast kann also die letzte des Lebens gewesen sein, und als Baumaterial ist dieses Holz denkbar ungeeignet. Der Milchsaft wurde traditionell von Jägern benutzt, um damit Giftpfeile zu präparieren.

Maßnahmen: [in der Literatur nicht beschrieben]

Literatur: Merrill(2); Flora of Ethiopia

Ähnliche Pflanzen: Andere Subspezies in Australien und Madagaskar. Es gibt weitere Gattungen aus mehreren botanischen Familien, die in bestimmten Teilen, z.B. in Samen, hochgiftigen Saft enthalten, der unter keinen Umständen in die Blutbahn gelangen darf: Samen von Abrus precatorius und von Strychnos nux-vomica.

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Wirkungsprinzip: chemisch

Hippomane mancinella

Abbildung: Dahlgren
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Hippomane mancinella  L.

Manzanillo-Baum

 Familie Euphorbiaceae (Wolfsmilchgewächse)

Weitere Namen: Manchineel Tree (en), Manchioneal (en)

Vorkommen: Beheimatet im tropischen Amerika, wo er entlang von Ozeanstränden häufig dichte Gruppen bildet. Gelegentlich angepflanzt in Indien und anderen tropischen Ländern.

Beschreibung: Kleiner verzweigter Baum mit hellbrauner glatter Rinde und sehr kleinen grünen Blüten. Die Früchte ähneln kleinen grünen Äpfeln. Der Baum enthält milchigen Saft.

Wirkung: Chemisch. Auf der Haut erregt der Saft (nach ca. einer halben Stunde) heftiges Brennen, Entzündungen und Bläschen-Ausschlag mit nachfolgender Abschuppung der Oberhaut. Gerät ein kleiner Tropfen des ätzenden Milchsaftes oder der Rauch des brennenden Baumes ins Auge, besteht die Gefahr des Erblindens. Sogar Regentropfen, die von einem Manzanillo-Baum fallen, können Hautschädigungen und schwere Augenreizungen verursachen. Alle Pflanzenteile sind auch innerlich sehr stark giftig und krebserregend.

Maßnahmen: Haut waschen, Cortisonsalbe. Augen sofort mit Wasser ausspülen. Blasen steril abdecken. Tetanusprophylaxe, ärztliche Behandlung.

Literatur: Roth; Dahlgren

Ähnliche Pflanzen: Die meisten Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae) enthalten einen milchigen Saft, der hautreizend und stark giftig ist, manchmal auch krebserregend.

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Wirkungsprinzip: chemisch

Hura crepitans

Abbildung: Schoser
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Hura crepitans  L.

Sandbüchsen-Baum

 Familie Euphorbiaceae (Wolfsmilchgewächse)

Weitere Namen: Sand-Box Tree (en), Jabillo (es)

Vorkommen: Heimat tropisches Amerika. Gelegentlich angepflanzt in Indien und anderen tropischen Ländern. Gedeiht in niedrigen Höhenlagen.

Beschreibung: Bis zu 25 m hoher Baum. Die Rinde ist mit vielen kurzen Stacheln besetzt. Unauffällige rötlich-braune Blüten, die Früchte ähneln kleinen Kürbissen und platzen mit lautem Knall, wenn sie reif sind. Deshalb kann es gefährlich sein, sie anzufassen. Der Baum enthält einen milchigen Saft.

Wirkung: Chemisch hautreizend durch den ätzenden Milchsaft. Dieser kann Hautentzündungen, im Auge Hornhautschädigungen oder sogar Erblindung verursachen. Auch innerlich giftig. Giftig auch für Fische und Insekten.

Maßnahmen: Haut waschen, Cortisonsalbe. Augen sofort mit Wasser spülen, Augenarzt aufsuchen.

Literatur: Roth; Dahlgren; Behl

Ähnliche Pflanzen: Die meisten Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae) enthalten einen milchigen Saft, der hautreizend und stark giftig ist, manchmal auch krebserregend.

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Wirkungsprinzip: chemisch

Excoecaria agallocha

Abbildung: Schoser
Abbildungen im Internet suchen: Gattung oder Art
Excoecaria agallocha  L.

Blinding Tree

 Familie Euphorbiaceae (Wolfsmilchgewächse)

Weitere Namen: Blind-Your-Eye (en), Buta-Buta (id)

Vorkommen: In Mangrovenwäldern und Brackwassersümpfen großer Teile der tropischen Welt.

Beschreibung: Kleiner Baum bis 14 m, der Mangrove etwas ähnlich sehend, Blätter 6 bis 10 cm lang, wechselständig, immergrün. Die winzigen, wohlriechenden Blüten sind gelblich-grün, die Früchte erbsenähnlich. Die Pflanze enthält einen milchigen Saft.

Wirkung: Chemisch. Gerät der Milchsaft ins Auge, kann Blindheit die Folge sein. Auf der Haut sind starkes Brennen, Entzündung, Blasenbildung und bleibende Schädigung zu erwarten. Alle Pflanzenteile sind auch innerlich giftig, die Pflanze ist als Fischgift bekannt.

Maßnahmen: Haut waschen, Cortisonsalbe. Augen sofort mit Wasser spülen, Augenarzt aufsuchen.

Literatur: Behl

Ähnliche Pflanzen: Die meisten Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae) enthalten einen milchigen Saft, der hautreizend und stark giftig ist, manchmal auch krebserregend.

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Wirkungsprinzip: mechanisch-chemisch

Tragia spp.

Abbildung: Behl
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Tragia spp. 

Noseburn

 Familie Euphorbiaceae (Wolfsmilchgewächse)

Vorkommen: Ganz Indien. Die Gattung Tragia ist dort mit verschiedenen Arten vertreten.

Beschreibung: Mehrjährige Kletterpflanze mit Brennhaaren. Blätter wechselständig und ungefiedert oder fingerartig 3-gefiedert, Kapselfrüchte.

Wirkung: Mechanisch-chemisch durch Brennhaare. Nach Berührung der Pflanze Hautbrennen und Entzündung möglich.

Maßnahmen: Cortisonsalbe, Tetanusprophylaxe.

Literatur: Behl

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Wirkungsprinzip: mechanisch-chemisch

Jatropha urens

Abbildung: Dahlgren
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Jatropha urens  L.

Stinging Spurge

 Familie Euphorbiaceae (Wolfsmilchgewächse)

Vorkommen: Tropisches Amerika und Karibik in niedrigen und mittleren Höhenlagen.

Beschreibung: Staude, Strauch oder kleiner Baum mit weißen Blüten und milchigem Saft. Die ganze Pflanze ist dicht mit langen steifen Brennhaaren besetzt.

Wirkung: Mechanisch-chemisch durch Brennhaare. Leichte Berührung kann starkes Brennen und Schmerzen verursachen, oft mit Gefühllosigkeit des betroffenen Hautbereiches für einen Tag oder länger. Häufig Blasenbildung.

Maßnahmen: Evtl. Cortisonsalbe, Arzt aufsuchen, Tetanusprophylaxe.

Literatur: Dahlgren

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Wirkungsprinzip: mechanisch-chemisch

Cnidoscolus stimulosus

Abbildung: Peterson
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Cnidoscolus stimulosus 

Bull Nettle

 Familie Euphorbiaceae (Wolfsmilchgewächse)

Weitere Namen: Spurge Nettle (en), Tread-Softly (en)

Vorkommen: Südöstliche USA von Virginia südlich bis Florida und Texas. Wegränder, Felder, auf sandigen Böden.

Beschreibung: Höhe bis 60 cm. Die weißen Blüten erscheinen Ende März bis September. Alle oberirdischen Teile sind mit Brennhaaren besetzt.

Wirkung: Mechanisch-chemisch durch Brennhaare. Nach Berührung sofort starkes Brennen und Juckreiz. Hautrötung und evtl. Blasenbildung.

Maßnahmen: Cortisonsalbe, Arzt aufsuchen, Tetanusprophylaxe.

Literatur: Peterson

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Wirkungsprinzip: mechanisch-chemisch

Croton ciliato-glandulosus

Abbildung: Dahlgren
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Croton ciliato-glandulosus 

Ciega-vista

 Familie Euphorbiaceae (Wolfsmilchgewächse)

Vorkommen: Mittelamerika und Mexiko. Häufig im Unterholz trockener Standorte.

Beschreibung: Bis 1 m hoher Strauch mit kleinen hellgrünen Blüten. Blätter und Stengel sind mit fast weißen Haaren besetzt.

Wirkung: Die Haare der Pflanze haften bei Berührung an den Händen. Kommen diese dann in Kontakt mit den Augen, können ernsthafte Augenentzündungen die Folge sein. Zwischen diesen Sträuchern grasende Rinder sollen angeblich erblindet sein.

Maßnahmen: Nach Berührung der Pflanze Hände waschen. Wenn Haare ins Auge gelangt sind, mit Wasser ausspülen, Arzt aufsuchen.

Literatur: Dahlgren

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Wirkungsprinzip: mechanisch-chemisch

Dendrocnide excelsa

Abbildung: Flora of Australia
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Dendrocnide excelsa  Chew.

Giant Stinging Tree

 Familie Urticaceae (Brennnesselgewächse)

Weitere Namen: Giant Stinger (en)

Vorkommen: Australien vom Bunya-Gebirge in Queensland bis Kiama in New South Wales. Verbreitet in Regenwäldern, besonders an Hängen und in Schluchten. Verwandte Arten im gesamten pazifischen Raum.

Beschreibung: Baum bis 40 m Höhe mit Stützwurzeln am Stamm. Blattoberseiten flaumig behaart, Unterseiten mit Brennhaaren besetzt. Männliche und weibliche Blüten befinden sich an verschiedenen Pflanzen.

Wirkung: Mechanisch-chemisch durch Brennhaare, die bei Berührung abbrechen und ein Gift in die Haut einbringen. Sofortiges Brennen ist die Folge sowie Juckreiz, Rötung und Blasenbildung. Das Brennen kann wochenlang anhalten. Angeblich soll sogar herabtropfender Regen die Haut reizen.

Maßnahmen: Tetanusprophylaxe, Cortisonsalbe, Arzt aufsuchen.

Literatur: Flora of Australia

Ähnliche Pflanzen: 36 kleinwüchsigere Dendrocnide-Arten, alle nesselnd, im pazifischen Raum, z.B.: Dendrocnide corallodesme in Queensland (Australien) und Neuguinea, in Regenwäldern, 6 m hoch mit länglichen Blättern, die denen des Mangobaumes ähneln.

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Wirkungsprinzip: mechanisch-chemisch

Dendrocnide moroides

Abbildung: www.jbanks.com
Abbildungen im Internet suchen: Gattung oder Art
Dendrocnide moroides 

Gympie

 Familie Urticaceae (Brennnesselgewächse)

Vorkommen: Queensland und Ostküste von Australien, von Cape York im Norden bis Victoria im Süden, an Wegrändern, Bachufern und in Regenwäldern.

Beschreibung: Baum bis 5 m Höhe. Brennhaare an Blättern, jungen Stielen und an den (sonst essbaren) Früchten.

Wirkung: Mechanisch-chemisch durch Brennhaare. Dies ist angeblich der schmerzhafteste aller Stinging-Trees. Die Brennhaare brechen bei Berührung ab und injizieren ein Gift in die Haut. Sofortiges Brennen und Jucken folgen, sowie Rötung und Blasenbildung. Das Brennen kann wochenlang anhalten. Es ist nicht einmal nötig, die Pflanze zu berühren, um ihre Wirkung zu spüren, da von dem Baum ständig Brennhaare abfallen. Ein einstündiger Aufenthalt in der Nähe kann bereits zu schmerzhaften Niesattacken führen.

Maßnahmen: Tetanusprophylaxe, Cortisonsalbe, Arzt aufsuchen.

Literatur: Kruszelnicki

Ähnliche Pflanzen: 36 weitere Dendrocnide-Arten, alle nesselnd, im pazifischen Raum, z.B. Dendrocnide corallodesme in Queensland (Australien) und Neuguinea in Regenwäldern, 6 m hoch mit länglichen Blättern, die denen des Mangobaumes ähneln.

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Wirkungsprinzip: mechanisch-chemisch

Urtica dioica

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Urtica dioica  L.

Große Brennnessel

 Familie Urticaceae (Brennnesselgewächse)

Weitere Namen: Stinging Nettle (en), Common Nettle (en)

Vorkommen: Diese und andere Urtica-Arten sind weltweit sehr verbreitet an Waldrändern, an Wegen und auf Schutt zu finden, in den Tropen nur im Gebirge. Kulturfolger.

Beschreibung: Bis 1,5 m hohe mehrjährige Staude mit aufrechtem unverzweigtem Stengel. Blüten grün, Blütezeit in der nördlichen gemäßigten Zone Juli bis Oktober. Oberirdische Teile sind mit Brennhaaren besetzt.

Wirkung: Mechanisch-chemisch durch Brennhaare. Nach leichter Berührung der Pflanze Brennen und Juckreiz, Hautrötung und evtl. Blasenbildung. Die jungen Blätter sind ein beliebtes Wildgemüse, die Giftwirkung verliert sich beim Kochen.

Maßnahmen: Normalerweise keine. Der Saft von Rumex-Arten (Ampfer, oft in der Nähe von Brennnesseln zu finden) soll angeblich Linderung bringen. In schweren Fällen Cortisonsalbe, Arzt aufsuchen, Tetanusprophylaxe.

Literatur: Roth; Benezra

Ähnliche Pflanzen: Urtica urens (Kleine Brennnessel), Aussehen sehr ähnlich, jedoch nur bis 60 cm und einjährig. Über 500 weitere Urtica-Arten weltweit verbreitet.

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Wirkungsprinzip: mechanisch-chemisch

Girardinia leschenaultiana

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Girardinia leschenaultiana  Dcne.

Nilgiri Nettle

 Familie Urticaceae (Brennnesselgewächse)

Vorkommen: Indien.

Wirkung: Mechanisch-chemisch durch Brennhaare. Nach Berührung der Pflanze Brennen und Juckreiz, später Hautrötung und evtl. Blasenbildung.

Maßnahmen: Cortisonsalbe, Arzt aufsuchen, Tetanusprophylaxe.

Literatur: Behl

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Wirkungsprinzip: mechanisch-chemisch

Urera baccifera

Abbildung: Dahlgren
Abbildungen im Internet suchen: Gattung oder Art
Urera baccifera 

Ortiga

 Familie Urticaceae (Brennnesselgewächse)

Weitere Namen: Chichicaste (es), Nettle Tree (en)

Vorkommen: Im tropischen Amerika häufig in niedrigen und mittleren Höhenlagen. Oft auch als Hecken angepflanzt.

Beschreibung: Kleine Staude, Strauch oder kleiner Baum, mit Brennhaaren besetzt.

Wirkung: Starke mechanisch-chemische Hautreizung durch Brennhaare. Nach leichter Berührung starkes Brennen und Hautjucken. Später Rötung und oft Blasenbildung. Nach großflächigem Hautkontakt können auch Schlaflosigkeit und Fieber die Folge sein. Wenn Blätter den Körper streifen, ruft dies starken Schmerz hervor, der 24 Stunden anhalten kann.

Maßnahmen: Betroffene Stellen in einer Lauge baden. Cortisonsalbe, Arzt aufsuchen, Tetanusprophylaxe.

Literatur: Dahlgren

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Wirkungsprinzip: mechanisch-chemisch

Laportea spp.

Abbildungen im Internet suchen: Gattung oder Art
Laportea spp. 

Tree Nettle

 Familie Urticaceae (Brennnesselgewächse)

Weitere Namen: Fever Nettle (en)

Vorkommen: Häufig in subtropischen und tropischen Regionen in Europa, Asien und Australien. Vorkommen in Sekundärwäldern und Dickichten.

Beschreibung: Sträucher oder kleine Bäume mit unauffälligen weißen oder grünlichen Blüten. Blätter sind mit Brennhaaren besetzt, meist auch Blattstiele und andere Teile.

Wirkung: Starke mechanisch-chemische Hautreizung durch Brennhaare. Nach leichter Berührung starkes Brennen und Hautjucken. Später Rötung und oft Blasenbildung. Nach großflächigem Hautkontakt können auch Schlaflosigkeit und Fieber die Folge sein.

Maßnahmen: Betroffene Stellen in einer Lauge baden. Cortisonsalbe, Arzt aufsuchen, Tetanusprophylaxe.

Literatur: Merrill(1)

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Wirkungsprinzip: mechanisch-chemisch

Laportea canadensis

Abbildung: Peterson
Abbildungen im Internet suchen: Gattung oder Art
Laportea canadensis 

Wood Nettle

 Familie Urticaceae (Brennnesselgewächse)

Vorkommen: Nordamerika von Kanada bis Florida. Häufig in tiefliegenden Wäldern und an Flussufern. Bevorzugt nährstoffreiche Böden.

Beschreibung: Bis 1,10 m hohe Staude mit grünlichen Blüten, Blütezeit Juni bis September. Oberirdische Teile mit Brennhaaren besetzt. Blätter im Gegensatz zur Brennnessel wechselständig.

Wirkung: Mechanisch-chemisch durch Brennhaare. Nach Berührung der Pflanze Brennen und Juckreiz, Hautrötung und evtl. Blasenbildung. Junge Blätter sind gekocht essbar.

Maßnahmen: Normalerweise keine. Saft von Impatiens- oder Rumex-Arten kann lindern. In schwereren Fällen Cortisonsalbe, Arzt aufsuchen, Tetanusprophylaxe.

Literatur: Peterson

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Wirkungsprinzip: allergisierend

Anacardium occidentale

Abbildung: Merrill
Abbildungen im Internet suchen: Gattung oder Art
Anacardium occidentale  L.

Cashew Nut Tree

 Familie Anacardiaceae (Sumachgewächse)

Weitere Namen: Acaju (es)

Vorkommen: Im tropischen Amerika beheimatet, in allen tropischen Ländern wegen der Nüsse kultiviert. Dieser Baum bevorzugt trockene Böden und kommt nicht in Wäldern vor.

Beschreibung: Immergrüner Baum bis 10 m Höhe mit lederartigen Blättern, weißen Blüten mit rosa Streifen und einer Frucht, die aus zwei Teilen besteht: Der obere Teil (Cashew-Apfel) ist rot, gelb oder weiß und enthält weißes essbares Fruchtfleisch (Geschmack süß und leicht pfeffrig). Der untere Teil ist grau und stark hautreizend. Er enthält die Cashew-Nuss, die nur geröstet essbar ist.

Wirkung: Chemisch hautreizend und allergisierend. Der Pflanzensaft aus Rinde, Blättern und besonders aus der Nussschale kann innerhalb eines Tages schmerzhafte Hautveränderungen verursachen, die Verbrennungen zweiten Grades gleichen. Dieser Saft ist braun und ölig und wird an der Luft schwarz. Dämpfe, die beim Rösten aufsteigen, sind hautreizend und können zu Blindheit führen.

Maßnahmen: Vorsicht bei der Ernte von Nuss und Frucht und beim Rösten der Nüsse. Cortisonsalbe, Arzt aufsuchen, Tetanusprophylaxe.

Literatur: Benezra; Behl; Roth; Dahlgren

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Wirkungsprinzip: allergisierend

Semecarpus anacardium

Abbildung: M S Gelle
Abbildungen im Internet suchen: Gattung oder Art
Semecarpus anacardium  L.

Ostindischer Tintenbaum

 Familie Anacardiaceae (Sumachgewächse)

Weitere Namen: Marking Nut Tree (en), Kidney Bean of Malacca (en), Markfruchtbaum (de)

Vorkommen: Im tropischen Indien beheimatet, in allen tropischen Ländern gelegentlich kultiviert. Wild in Sekundärwäldern und Dickicht.

Beschreibung: Laubbaum bis 13 m Höhe mit lederartigen, 20 bis 60 cm langen Blättern. Blüten gelblich-grün, Früchte schwarz, 25 mm lang. Die Fruchtschale enthält einen schwarzen Saft (Tinte), das Fruchtfleisch ist orangerot, süß und essbar.

Wirkung: Kontakt mit dem schwarzen Saft der Fruchtschale kann nach einem halben Tag Juckreiz und innerhalb von 24 Stunden einen Ausschlag mit Blasenbildung verursachen. In indischen Wäschereien wird die Tinte manchmal zum Markieren von Wäschestücken benutzt. Bei empfindlichen Personen können auch diese Markierungen beim Tragen der Kleidung einen Ausschlag hervorrufen, sogar noch nach mehrmaligem Waschen der Kleidung.

Maßnahmen: Blasen steril abdecken, Cortisonsalbe. Markierungen aus der Wäsche entfernen.

Literatur: Roth; Behl; Benezra; Goldsmith

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Wirkungsprinzip: allergisierend

Semecarpus cuneiformis

Abbildungen im Internet suchen: Gattung oder Art
Semecarpus cuneiformis  Blanco.

Ligas

 Familie Anacardiaceae (Sumachgewächse)

Vorkommen: Philippinen und Sulawesi (Indonesien). Weit verbreitet in Dickichten in geringen Höhenlagen.

Beschreibung: Strauch oder kleiner Baum, 3 bis 8 m hoch. Blätter 10 bis 25 cm lang. Blüten weißlich, 2 bis 2,5 mm lang, erscheinen auf den Philippinen Januar bis März. Steinfrucht 1 cm lang, der obere Teil der Frucht ist rötlich, fleischig, essbar.

Wirkung: Allergisierend, sehr stark in der Wirkung. Herabtropfender Regen kann genügen, um Hautausschlag hervorzurufen.

Maßnahmen: Gegebenenfalls Blasen steril abdecken. Cortisonsalbe, Arzt aufsuchen, Tetanusprophylaxe.

Literatur: Hanewald

Ähnliche Pflanzen: Semecarpus forstenii und S. heterophylla auf Sumatra und Java, dort Rengas genannt, wirken ähnlich stark.

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Wirkungsprinzip: allergisierend

Melanorrhoea usitata

Abbildungen im Internet suchen: Gattung oder Art
Melanorrhoea usitata  Wall.

Burma Lac Tree

 Familie Anacardiaceae (Sumachgewächse)

Weitere Namen: Burmese Lacquer Tree (en), Rengas

Vorkommen: Manipur (Ostindien), Burma, Thailand.

Beschreibung: Großer Laubbaum, Zweige und Blätter behaart, Blüten weiß (Januar bis März), Steinfrucht rot und fleischig, ca. 1 cm Durchmesser. Aus der Rinde wird der schwarze Burma-Lack gewonnen.

Wirkung: Allergisierend und chemisch hautreizend. Der Rauch des brennenden Holzes kann ebenfalls gefährlich sein.

Maßnahmen: Cortisonsalbe, Arzt aufsuchen, Tetanusprophylaxe.

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Wirkungsprinzip: allergisierend

Swintonia floribunda

Abbildungen im Internet suchen: Gattung oder Art
Swintonia floribunda  Griff.

Rengas

 Familie Anacardiaceae (Sumachgewächse)

Vorkommen: Süd-Burma.

Beschreibung: Immergrüner hoher Baum, unbehaart, von Dezember bis März massenhaft hellgelbe Blüten. Steinfrucht von lila Blütenblättern umgeben.

Wirkung: Allergisierend und chemisch hautreizend. Der Rauch des brennenden Holzes kann ebenfalls gefährlich sein.

Maßnahmen: Cortisonsalbe, Arzt aufsuchen, Tetanusprophylaxe.

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Wirkungsprinzip: allergisierend

Gluta renghas

Abbildungen im Internet suchen: Gattung oder Art
Gluta renghas  L.

Rengas

 Familie Anacardiaceae (Sumachgewächse)

Vorkommen: Südostasien und Indien.

Beschreibung: Baum.

Wirkung: Allergisierend und chemisch hautreizend. Der Rauch des brennenden Holzes kann ebenfalls gefährlich sein.

Maßnahmen: Cortisonsalbe, Arzt aufsuchen, Tetanusprophylaxe.

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Wirkungsprinzip: allergisierend

Holigarna arnottiana

Abbildung: Behl
Abbildungen im Internet suchen: Gattung oder Art
Holigarna arnottiana  Hook.f.

Holigarna

 Familie Anacardiaceae (Sumachgewächse)

Vorkommen: Westindien in immergrünen Wäldern.

Beschreibung: Hoher Baum, Wipfel dicht beblättert, Blätter groß und unbehaart. Fleischige, ovale Steinfrüchte in Trauben, kleine Blüten.

Wirkung: Allergisierend und chemisch hautreizend. Der Rauch des brennenden Holzes kann ebenfalls gefährlich sein.

Maßnahmen: Cortisonsalbe, Arzt aufsuchen, Tetanusprophylaxe.

Literatur: Behl

Ähnliche Pflanzen: Melanochyla und Campnosperma sind Gattungen mit ähnlicher Wirkung, die im indo-malaysischen Raum vorkommen.

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Wirkungsprinzip: allergisierend

Metopium toxiferum

Abbildungen im Internet suchen: Gattung oder Art
Metopium toxiferum  Krug.

Black Poison Wood

 Familie Anacardiaceae (Sumachgewächse)

Weitere Namen: Poison Bark (en), Doctor's Gum (en)

Vorkommen: Westindische Inseln, Bahamas, Südflorida, Yucatan, Belize, Kuba, Jamaika. Häufig in offenem Gelände.

Beschreibung: Strauch oder kleiner Baum bis 12 m Höhe, Rinde gelblich-braun, Äste weit ausladend. Die 3- bis 7-teiligen Blätter sind bis 30 cm lang und hellgrün, oben glänzend, unterwärts matt. Blüten weiß, Beeren gelb-orange. Der Milchsaft tritt manchmal von selbst aus Rinde und Blättern aus und wird an der Luft schwarz.

Wirkung: Chemisch hautreizend und allergisierend. Bei Kontakt mit dem Saft entwickeln 70% der Europäer einige Tage später juckende Papeln an der Kontaktstelle, die sich zu Bläschen entwickeln und einige Wochen bleiben. Der Rauch des brennenden Holzes ist ebenfalls hautreizend.

Maßnahmen: Cortisonsalbe.

Literatur: Jackson; Dahlgren

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Wirkungsprinzip: allergisierend

Smodingium argutum

Abbildung: Y Sell
Abbildungen im Internet suchen: Gattung oder Art
Smodingium argutum  E.Mey.

Rainbow Leaf

 Familie Anacardiaceae (Sumachgewächse)

Weitere Namen: African Poison Ivy (en)

Vorkommen: Südafrika.

Beschreibung: Aufrechter oder kletternder Strauch oder kleiner Laubbaum bis 5 m Höhe. Zweige schlank und glatt. Blätter wechselständig, dreigeteilt, langgestielt. Jeder der 3 Blattteile 10 bis 12 cm lang. Kleine Blüten in behaarten Rispen. Frucht abgeflacht und geflügelt.

Wirkung: Allergisierend. Manche Personen reagieren auf Kontakt mit verstreuten Hautausschlägen, die meistens heftig sind. Verantwortlich ist der Saft der Pflanze.

Maßnahmen: Cortisonsalbe, ggf. Arzt aufsuchen.

Literatur: Benezra; Whiting

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Wirkungsprinzip: allergisierend

Toxicodendron radicans

Abbildungen im Internet suchen: Gattung oder Art
Toxicodendron radicans  L.

Giftefeu

 Familie Anacardiaceae (Sumachgewächse)

Weitere Namen: Poison Ivy (en), Eastern Poison Ivy (en)

Vorkommen: In ganz Nordamerika, besonders Osten und Mitte der USA. Häufig in Wäldern und auf Feldern, in felsigen Canyons und an Uferböschungen. Unterhalb einer Höhe von 1300 m.

Beschreibung: Kriechender Strauch bis 2 m Höhe, manchmal mit Haftwurzeln höher kletternd. Blätter grün, leicht glänzend, langstielig, 10 bis 35 cm und dreizählig. Mittleres Einzelblatt länger gestielt. Junge Blätter orange-braun mit gelblichen Adern. Blüten im Juni, gelb-grün, 5 mm. Beeren hart, in der Form einer geschälten Orange ähnlich, 5 bis 7 mm Durchmesser, grünlich-weiß oder gelblich, August bis März. Junge Pflanzenteile leicht behaart. Der Milchsaft, den die Pflanze enthält, wird an der Luft in wenigen Minuten dunkel.

Wirkung: Siehe Toxicodendron-Arten allgemein.

Maßnahmen: Siehe Toxicodendron-Arten allgemein.

Literatur: U.S. Department of Health; Benezra; Roth; Peterson

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Wirkungsprinzip: allergisierend

Toxicodendron quercifolium

Abbildungen im Internet suchen: Gattung oder Art
Toxicodendron quercifolium  Michx.

Eastern Poison Oak

 Familie Anacardiaceae (Sumachgewächse)

Vorkommen: Nordamerika, besonders im Südosten der USA in trockenen Waldgegenden.

Beschreibung: Bis 1 m hoher Strauch mit 3-zähligen Blättern. Einzelblätter 3 bis 7 cm lang, gelappt, Unterseite leicht behaart und heller als die Oberseite. Blütezeit Mai bis Juni. Fruchtstände hängend. Sonst wie Poison Ivy.

Wirkung: Siehe Toxicodendron-Arten allgemein.

Maßnahmen: Siehe Toxicodendron-Arten allgemein.

Literatur: U.S. Department of Health; Benezra; Roth; Peterson

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Wirkungsprinzip: allergisierend

Toxicodendron diversilobum

Abbildungen im Internet suchen: Gattung oder Art
Toxicodendron diversilobum  Greene.

Western Poison Oak

 Familie Anacardiaceae (Sumachgewächse)

Weitere Namen: Pacific Poison Oak (en)

Vorkommen: Westküste Nordamerikas von British Columbia bis Mexiko an bewaldeten Hängen und im Dickicht.

Beschreibung: Kriechender Strauch bis 3 m Höhe oder mit Haftwurzeln bis 40 m kletternd. Sonst wie Eastern Poison Oak.

Wirkung: Siehe Toxicodendron-Arten allgemein.

Maßnahmen: Siehe Toxicodendron-Arten allgemein.

Literatur: U.S. Department of Health; Benezra; Roth; Peterson

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Wirkungsprinzip: allergisierend

Toxicodendron vernix

Abbildungen im Internet suchen: Gattung oder Art
Toxicodendron vernix  L.

Giftsumach

 Familie Anacardiaceae (Sumachgewächse)

Weitere Namen: Poison Sumac (en)

Vorkommen: Nordamerika, besonders im Osten in sumpfigen Gebieten.

Beschreibung: Strauch oder kleiner Baum bis 3 m, selten bis 7 m. Zweige orange-braun, später grau. Blätter bis 40 cm lang und 7- bis 13-zählig, Einzelblätter kürzer als 10 cm. Blütenstände flaumig behaart und länger als 10 cm. Beeren hart, rund, glatt, 5 mm Durchmesser, weiß, gelblich oder grau in hängenden Fruchtständen (Harmlose Sumach-Arten haben dagegen rote Früchte).

Wirkung: Siehe Toxicodendron-Arten allgemein.

Maßnahmen: Siehe Toxicodendron-Arten allgemein.

Literatur: U.S. Department of Health; Benezra; Roth; Peterson

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Wirkungsprinzip: allergisierendAbbildungen im Internet suchen: Gattung oder ArtToxicodendron vernicifluum  Stokes.

Lacksumach

 Familie Anacardiaceae (Sumachgewächse)

Weitere Namen: Japanese Laquer Tree (en), Varnish Tree (en)

Vorkommen: Heimat Japan, Mittel- und Westchina. Zur Gewinnung von Japan-Lack auch anderswo kultiviert.

Beschreibung: 15 bis 20 m hoher Baum mit 7- bis 13-zähligen Blättern. Einzelblätter sind 10 bis 20 cm lang und 3 bis 7 cm breit. Beeren strohgelb, 10 mm Durchmesser. Aussehen sonst wie Toxicodendron vernix. Der milchige Pflanzensaft färbt sich an der Luft in wenigen Minuten schwarz.

Wirkung: Der Saft der Pflanze wirkt chemisch hautreizend und allergisierend. Nach dem Trocknen ist der Lack nur noch für die wenigsten Menschen hautreizend.

Maßnahmen: Siehe Toxicodendron-Arten allgemein.

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Wirkungsprinzip: allergisierendAbbildungen im Internet suchen: Gattung oder ArtToxicodendron spp. 

Toxicodendron-Arten allgemein

 Familie Anacardiaceae (Sumachgewächse)

Wirkung: Allergisierend durch im Harz der Pflanzen enthaltenes Urushiol. Durch kleine Verletzungen der Pflanze kann Harz in geringen Mengen aus der Blattoberfläche austreten und dann auf die Haut einer Person gelangen, die das Blatt berührt. Solche kleinen Mengen können schon genügen, um eine Allergie auszulösen. Das Allergen dringt durch die unverletzte Haut in den menschlichen Körper ein. Der erste Kontakt bleibt jedoch meist ohne Reaktion. Bei späteren Kontakten an beliebigen Stellen der Haut entsteht ein Ausschlag dort und an den bei früheren Kontakten betroffenen Stellen. 24 bis 48 Stunden nach dem Kontakt treten Jucken, Rötung, Schwellung, und nässende Blasen auf. Entgegen landläufiger Meinung enthält die Blasenflüssigkeit kein Allergen und kann den Ausschlag nicht auf andere Menschen übertragen. Dies kann aber durch auf der Haut zurückgebliebenes Harz geschehen. Die Symptome erreichen ihren Höhepunkt etwa am fünften Tag, dann heilen sie ohne Behandlung in 1 bis 2 Wochen ab und hinterlassen keine Narben. Allerdings sind Sekundärinfektionen möglich, wenn die aufgehenden Blasen nicht steril gehalten werden. Dann sind Abszesse, Fieber und bleibende Narben möglich. Gelangt das Gift ins Auge, können schwere Entzündungen und vorübergehende oder bleibende Hornhauttrübung die Folge sein. Die durch den ersten Kontakt ausgelöste Allergie hält meistens viele Jahre lang an. 50% der Amerikaner reagieren schon bei flüchtigen Kontakten, nur 30% reagieren überhaupt nicht. Das Gift ist in den Pflanzen auch im Winter präsent, und auch in abgestorbenen und vermodernden Pflanzen. Rauchpartikel brennender Pflanzenteile verbreiten das Gift und können Haut und Atemwege angreifen. Das Allergen wird leicht verbreitet, z.B. durch Händeschütteln oder über das Fell streunender Haustiere. Das Urushiol bleibt außerhalb der Pflanze mindestens 1 Jahr lang aktiv und ist nicht in Wasser löslich, aber in Seifenlauge.

Maßnahmen: Gründliches Waschen der Haut mit Wasser und Seife sobald wie möglich nach dem Kontakt mit der Pflanze, spätestens nach einigen Stunden, wird wahrscheinlich die Reaktion verhindern. Alkohol ist zum Reinigen ungeeignet, da er das Eindringen des Giftes in die Haut beschleunigt. Ist keine Seife vorhanden, kann auch der Saft von Impatiens-Pflanzen helfen. Spülen in fließendem Wasser ist besser als gar keine Maßnahmen zu ergreifen. Ausschlag kann mit Cortisonsalbe gelindert werden, bei starker Reaktion ist ein Arzt aufzusuchen. Bei sehr empfindlichen Personen kann es sinnvoll sein, durch vom Arzt verschriebene, oral einzunehmende Corticosteroide innerhalb von 24 Stunden nach Kontakt die allergischen Reaktionen zu verhindern. Will man Toxicodendron-Pflanzen aus einem Garten entfernen, ist es am sinnvollsten, sie mit allen Wurzeln auszugraben.

Literatur: U.S. Department of Health; Benezra; Roth; Peterson

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Literatur

Benezra, Claude; Georges Ducombs; Yves Sell; Jean Foussereau: Plant Contact Dermatitis. Toronto/Philadelphia, 1985.
Behl, P.N.; R.M.Captain: Skin-Irritating and Sensitizing Plants Found in India. New Delhi, 1979.
Dahlgren, B.E.; Paul C. Standley: Edible and Poisonous Plants of the Caribbean Region. US Government Printing Office, Washington DC, 1944.
Du Buisson, Max: Nettles (seminar). Department of Biology, Davidson College, 2001.
Evans, Fred J.; R.J.Schmidt: Plants and Plant Products That Induce Contact Dermatitis. In: Planta Medica, April 1980.
Goldsmith, Norman R.: Dermatitis from Semecarpus anacardium. In: Journal of the American Medical Association (JAMA), Sept. 27, 1943.
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Gunby, Phil: Mucuna Pruriens Associated Pruritis. In: Journal of the American Medical Association (JAMA), Jan. 17, 1986.
Hanewald, Roland: Das Tropenbuch. 3. Aufl. Berlin, 1987.
Jackson, W.P.U.: Plant Dermatitis in the Bahamas. In: British Medical Journal, Aug. 31, 1946.
Keep Away from That Tree, Folks! In: Journal of the American Medical Association (JAMA), Dec. 12, 1980.
Kruszelnicki , Karl S.: Great Moments in Science. Stinging Trees. 2003.
Lampe, Kenneth Francis: Common Poisonous and Injurious Plants. US Government Printing Office, Washington DC, 1981.
Lampe, Kenneth Francis; Rune Fagerström: Plant Toxicity and Dermatitis. Baltimore, 1968.
Merrill, Elmer D.: Dermatitis Caused by Various Representatives of the Anacardiaceae in Tropical Countries. In: Journal of the American Medical Association (JAMA), Jan. 22, 1944.
Merrill, Elmer D.: Emergency Food Plants and Poisonous Plants of the Islands of the Pacific. US Government Printing Office, Washington DC, 1943.
Merrill, Elmer D.: Plant Life of the Pacific World. Rutland/Vermont/Tokyo, 1984.
Mitchell, John; Arthur Rook: Botanical Dermatology. 1979, 2001.
Peterson, Lee Allen: A Field Guide to Edible Wild Plants. Boston, 1977.
Poison Ivy Allergy. US Department of Health and Human Services, US Government Printing Office, Washington DC, 1985.
Roth, Lutz; Max Daunderer; Kurt Kormann: Giftplanzen - Pflanzengifte. 3. Aufl. Landsberg/Lech, 1988.
Schoser, Gustav: Tropicarium. Palmengarten Frankfurt/Main, 1987.
Starke Triebwirkung. In: Der Spiegel Nr. 33/1989.
Survival. Field Manual 21-76. Headquarters Department of the Army, 1992.
Whiting, D.A.: Plant Dermatitis in the Southern Transvaal. In: South African Medical Journal, Febr. 13, 1971.
Woods, Brian: Irritant Plants. In: Transactions of the St John's Hospital Dermatological Society, London, 1962.


Index

Acaju
African Poison Ivy
Anacardium occidentale
Antiaris toxicaria
Black Poison Wood
Blinding Tree
Blind-Your-Eye
Bull Nettle
Burma Lac Tree
Burmese Lacquer Tree
Buta-Buta
Cashew Nut Tree
Chichicaste
Ciega-vista
Cnidoscolus stimulosus
Common Nettle
Cowhage
Cow-Itch
Croton ciliato-glandulosus
Dendrocnide excelsa
Dendrocnide moroides
Dieffenbachia spp.
Dieffenbachia
Dieffenbachie
Doctor's Gum
Dumb Cane
Eastern Poison Ivy
Eastern Poison Oak
Excoecaria agallocha
Fever Nettle
Giant Hogweed
Giant Stinger
Giant Stinging Tree
Giftefeu
Giftsumach
Girardinia leschenaultiana
Gluta renghas
Große Brennnessel
Gympie
Heracleum mantegazzianum
Herkuleskraut
Hippomane mancinella
Holigarna arnottiana
Holigarna
Hura crepitans
Indian Fig
Jabillo
Japanese Laquer Tree
Jatropha urens
Juckbohne
Kidney Bean of Malacca
Lacksumach
Laportea canadensis
Laportea spp.
Ligas
Manchineel Tree
Manchioneal
Manzanillo-Baum
Markfruchtbaum
Marking Nut Tree
Melanorrhoea usitata
Metopium toxiferum
Mucuna pruriens
Nettle Tree
Nilgiri Nettle
Noseburn
Opuntia spp.
Opuntie
Ortiga
Ostindischer Tintenbaum
Pacific Poison Oak
Parsnip Tree
Poison Bark
Poison Ivy
Poison Sumac
Rainbow Leaf
Rengas
Rengas
Rengas
Rhud toxicodendron
Rhus diversiloba
Rhus radicans
Rhus venenata
Rhus vernicifera
Rhus verniciflua
Riesen-Bärenklau
Sabra
Sand-Box Tree
Sandbüchsen-Baum
Semecarpus anacardium
Semecarpus cuneiformis
Smodingium argutum
Spurge Nettle
Stinging Nettle
Stinging Spurge
Swintonia floribunda
Toxicodendron-Arten allgemein
Toxicodendron diversilobum
Toxicodendron lobadioides
Toxicodendron quercifolium
Toxicodendron radicans
Toxicodendron spp.
Toxicodendron vernicifluum
Toxicodendron vernix
Tragia spp.
Tread-Softly
Tree Nettle
Upas
Urera baccifera
Urtica dioica
Varnish Tree
Western Poison Oak
Wood Nettle




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